Ausstellungen 2022


‚Das Problem sind die Sonntage‘

Die Ausstellung porträtiert jung Verwitwete und ihre Familien

Fotos: Jann Höfer (www.jannhoefer.de)

In der Ausstellung „Das Problem sind die Sonntage“ porträtiert der Fotograf Jann Höfer jung verwitwete Menschen und ihre Familien. Die großformatigen Fotos und Zitate werden bei uns von Februar bis Juli 2022 präsentiert. Die öffentliche Vernissage wird für den 6./7. Mai 2022 geplant, so dass Besucherinnen und Besucher der „Messe Leben und Tod“ die Möglichkeit haben, die Ausstellung zu besuchen.

„Das Problem sind die Sonntage“ ...

... das sagt eine junge Frau zur neuen Alltagswirklichkeit nach dem frühen Tod ihres Mannes.

Die Aussage ist in einer Ausstellung zu lesen, die der Fotograf Jann Höfer innerhalb seines Studiums konzipiert hat. Unterstützt wurde er hierbei von der Texterin Paula Stille, den Grafikern Katrin und Jakob Göbel und den Vereinsverantwortlichen des bundesweiten Vereins „VIDU – Selbsthilfe für Verwitwete“.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Bilder und Zitate in eine Zeitung gepackt. Die einzelnen Druckbögen der Zeitung können als Ausstellung auseinandergenommen werden. Diese Zeitungsausstellung wurde in 2021 bundesweit an über 75 Orten in Hospizen, Kirchen, Cafés und anderen öffentlichen und privaten Räumen gezeigt. Auf einer eigenen Webseite kann die Ausstellung auch virtuell besucht werden: www.das-problem-sind-die-sonntage.de/

Seitens der Medien erhielt das Projekt im Laufe des Jahres 2021 enorme Resonanz: Der Bundeshospizanzeiger, die Zeitschrift „pflegen:palliativ“ und das bundesweite evangelische Magazin „Chrismon“, das als Beilage in den großen Wochenzeitungen regelmäßig über 1,69 Millionen Leserinnen und Leser erreicht, berichteten in ausführlichen redaktionellen Beiträgen.

Das Pressefoto zur Ausstellung wurde durch die Jury von „news aktuell“, einem Tochterunternehmen der Deutschen Presseagentur aus 477 Einreichungen von 192 Unternehmen und Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Auswahlliste der besten Pressefotos des Jahres ausgewählt. Mehr als 28.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nahmen am öffentlichen Voting teil, bei dem das Pressefoto zur Ausstellung den zweiten Platz in der Kategorie „Porträt“ erhielt.


Jann Höfer zu seinem Projekt

„Die Arbeit ‚Das Problem sind die Sonntage‘befasst sich mit der Rekonstruktion von Erinnerungen jung verwitweter Menschen. Es ist eine fotografische Annäherung an den Gefühlszustand nach dem Verlust des Partners. Die unmittelbare Zeit nach dem Tod und der Weg zurück in den Alltag sollen beleuchtet werden. Darüber hinaus gehe ich auf Spurensuche und erkunde den leeren Platz, den die Person hinterlassen hat. Die Arbeit soll dabei helfen ein größeres Bewusstsein für die Thematik zu schaffen.“ www.jannhoefer.de

Textauszug aus der Zeitung

Ein Auszug von Paula Stille: Jann Höfer portraitiert das, was nicht mehr da ist, indem er fotografiert, was bleibt, was erinnert: „Es ist eine fotografische Annäherung an die Gefühlswelt, die entsteht, wenn eine Person einen schweren Verlust erlitten hat.“.

Ein erster Kontakt des Fotografen zu den Interviewten kam über VIDU zustande. In der Folge besuchte Jann Höfer sechs Familien. Die Zitate und Bilder entstanden im Rahmen dieser Besuche.




Der Verein VIDU


Der Verein VIDU setzt sich seit fast zwanzig Jahren für jung verwitwete Menschen und ihre Familien ein. Er sensibilisiert für ein Schicksal, von dem, laut Aussagen des statistischen Bundesamtes derzeit mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland betroffen sind: Frauen und Männer, die den Partner durch Krankheit, Unfall oder Suizid „früher als normal“ verlieren, Mütter und Väter, die nicht nur die eigene Trauer, sondern auch die ihrer Kinder aushalten und auffangen müssen, häufig begleitet durch psychische und materielle Not. VIDU-Selbsthilfegruppen gibt es zurzeit in Ansbach, Berlin, Bremen, Coesfeld, Hannover, Karlsruhe, Köln, Marburg, Nordschwarzwald, Stuttgart, Ulm und Würzburg.

Informationen und Austausch zum Thema finden Interessierte auf der Homepage www.verein-verwitwet.de. Hier besteht auch die Möglichkeit, einen virtuellen Stern für die Verstorbenen auszuwählen. Die Briefaktion 'Zurück ins Leben' schickt aufbauende Post im ersten Jahr der Trauer.

Ein Selbsthilfegruppen-Starterkit kann gegen Spende angefordert werden. VIDU wurde 2018 mit einem startsocial-Beratungsstipendium ausgezeichnet und ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband